Print-Koan No. 204: Das Papier von Sevilla, Akt 3: Zeit

Cyberlord Gutenberg, der Meister des Analogen und Digitalen, steht am Ufer des Flusses Guadalquivir und sagt: „Jeder hat nur 24 Stunden am Tag. Wenn Ihr Euch für ein Meeting entscheidet, dann setzt Ihr damit damit ein Zeichen, dass Euch dieses Meeting wichtig ist. Während des Meetings lest Ihr dann wohl auch selten in Euren Whatsapp-Nachrichten, oder?“

Der Manager lächelt nur unverbindlich.

Cyberlord Gutenberg spricht weiter: „Auch im Online-Bereich sollte man sich an solche Konventionen halten, damit wir anderen zeigen, wie wichtig sie für uns sind.“

„Natürlich bedeutet das, dass wir telefonieren, wenn wir telefonieren, dass wir chatten, wenn wir chatten und dass wir in solchen Situationen nicht nebenbei in Wikipedia etwas suchen oder auf Insta oder Snapchat etwas posten.“

„Natürlich“, sagt der Manager, während er weiter lächelt und auf seinem Mobiltelefon tippt.

„Dann wisst Ihr ja, was Ihr die nächsten 25 Jahre zu üben habt.“, sagt Cyberlord Gutenberg, während er den Manager mit einem Handzeichen wegschickt.

Dann spuckt er in den Guadalquivir.

Ein Koan ist eine kurze Geschichte, meist eine Anekdote, die eine typische Aussage eines Zen-Meisters zeigt. Die Print-Koans handeln von Meister Cyberlord Gutenberg, der die schmale Grenze zwischen Print und Online bewohnt.

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