Print-Koan No. 171: Würdest du Papier essen?

Wie nachhaltig kann produziert werden? (Foto: Christian Handler)

Ein hochrangiger Manager aus der Computerindustrie trifft sich mit Cyberlord Gutenberg. Der Konzern des Managers verkauft jährlich viele Millionen Tablets und Mobiltelefone.

„Reden wir über die moderne nachhaltige Produktion von unseren Geräten.“, schlägt der Manager vor.

Cyberlord Gutenberg stellt dem Manager eine Frage: „Eine Frage zuvor: Würdest du eine Zeitschrift aus Papier essen?“

Nun sagt der Manager: „Das Papier selbst besteht aus Zellulosefaser, also wenn es ein Naturpapier ist, könnte man das wahrscheinlich ohne weiteres tun. Beim Druck bin ich mir schon nicht mehr so sicher. Aber wenn die Druckerei nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens produziert hat, und man sich die Liste der verwendeten Chemikalien genau ansieht, dann gibt es sicher Zeitschriften, die man wohl unbedenklich essen könnte.“

„Würdest du eines deiner Geräte essen wollen?“, fragt Cyberlord weiter.

„Dafür sind sie sicher nicht gedacht.“, sagt der Manager.

„Nun, wo das Ziel bekannt ist, können wir über nachhaltige Produktion deiner Geräte reden.“, sagt Cyberlord.

Ein Koan ist eine kurze Geschichte, meist eine Anekdote, die eine typische Aussage eines Zen-Meisters zeigt. Die Print-Koans handeln von Meister Cyberlord Gutenberg, der die schmale Grenze zwischen Print und Online bewohnt.

5 Gedanken zu “Print-Koan No. 171: Würdest du Papier essen?

    • Danke für den Hinweis, der vorwitzige Satz ist nun entfernt.

      Bei Cradle-to-Cradle bin ich mir nicht so sicher: das nehme ich eher als Marke wahr und nicht so sehr als Methode. Es gibt viele Druckprodukte die man essen könnte und die man nur deshalb nicht als Cradle-to-Cradle bezeichnen darf, weil man keine Lizenzgebühren für die Marke zahlt.

      Aber es ist schon erfreulich, wenn etwas intensiver über die Nachhaltigkeit von Medienprodukten nachgedacht ist. Das ist, wie man sieht, nämlich gar nicht so trivial.

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      • Ja, es ist eine Marke, das ist ja auch einer der großen Kritikpunkte daran. Aber das Prinzip, dass jedes Produkt auch wieder Ausgangsstoff für ein anderes Produkt sein kann, also die Wertschöpfung nie zu Ende ist, das stimmt ja auch ohne Lizenz 🙂
        Und was ist mit den Produkten, die man essen kann aber nicht sollte, wie zb manche Farbstoffaromasüßungsmittelklumpen? 😉

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      • Vllt sind digitale Nachrichten aber auf lange Frist doch nachhaltiger als Papier, wenn sie mit Ökostrom gehostet und gelesen werden? Und welchen Kaffee trinkt der Redakteut?

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