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Print-Koan No. 166: Cyberlord und Gilgamesh

Antike Stätten sind rätselhaft (Hier am Beispiel der griechischen Stadt Mykene). (Foto: Christian Handler)


Cyberlord Gutenberg reist in die Vergangenheit und trifft den sumerischen König Gilgamesh.

„Woher willst Du wissen, dass ich existiert habe?“, fragt ihn Gilgamesh.

„Weil wir Aufzeichnungen über Dich gefunden haben!“, sagt Cyberlord Gutenberg, „schriftliche Aufzeichnungen bieten uns Sicherheit, anders als das Internet.“

„Vielleicht haben die Sumerer einfach nur einen Mythos der damaligen Zeit niedergeschrieben und ich selbst habe nie existiert? Alles nur Fake News.“, entgegnet Gilgamesh. Dann öffnet er sein Mobiltelefon, fotografiert ein Selfie mit Cyberlord Gutenberg und veröffentlicht das Foto auf Instagram. „Ein Gast aus der Zukunft wird die Sumerer des Jahres 2600 vor Christus sicher interessieren.“, lächelt er.

Cyberlord geht frustriert zu seiner TARDIS zurück. Die Vergangenheit bleibt rätselhaft.

Hintergrund: Gilgamesh war ein möglicherweise realer sumerischer König. Seine mythischen Heldentaten sind im Gilgamesh-Epos überliefert.

Ein Koan ist eine kurze Geschichte, meist eine Anekdote, die eine typische Aussage eines Zen-Meisters zeigt. Die Print-Koans handeln von Meister Cyberlord Gutenberg, der die schmale Grenze zwischen Print und Online bewohnt.

Kategorien:Koan

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  1. Ich hab den Fehler gefunden:
    Als man noch Klapp-Handys (“öffnete“) hatte, gab es noch kein Insta 😉

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