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Print-Koan #138: Investitionsentscheidungen

Investitionsentscheidungen für Druckmaschinen sind schwierig (Foto: Christian Handler)

Im Wirtshaus „Zum verlorenen Drucker“ geht es hoch her. Am Spieltisch sitzen eine Reihe bunter Gestalten um ein Kartenspiel. Rund um sie stehen einige grau gekleidete Herren.
Gerade steht Drucker Cyan auf, nimmt die Zigarette aus dem Mund und schreit: „Eine Fünffarben!“.
Sein Kollege Magenta eben ihm lächelt nur, schiebt ein paar Jetons auf das Tischtuch: „Deine Fünffarben, und ein Lackwerk!“
Der Mann rechts von ihm wird ganz gelb im Gesicht und presst heraus: „Ich passe!“. Der Graugekleidete hinter ihm lächelt.
Aber es geht schon weiter: Der Schwarzgekleidete kündigt an: „Eure Fünffarben und noch eine Achtfarben!“.
Nun ist die Runde wieder bei Cyan. Alle blicken ihn angestrengt an. Nach kurzem Blick zum hinter ihm stehenden Graugekleideten kündigt er an: „Ich bin doch kein Versager! Die Fünffarben und eine Zwölffarben!“ Und bevor noch einer am Tisch etwas sagen kann, setzt er nach: „Und eine CTP-Anlage!“
Da wird es dem Kollegen Magenta zu bunt: „Mir reicht es jetzt! Bei Euch spiel ich nicht mehr mit! Ich setz‘ mich jetzt an den Rollentisch.“. Er wirft seine Karten weg und geht, gefolgt von einem sichtlich nervösen Graugekleideten.
Europas Druckbranche ist seit vielen Jahren von Überkapazitäten geprägt, was mitunter zu abenteuerlich anmutenden Investitionsentscheidungen zwingt.

Ein Koan ist eine kurze Geschichte, meist eine Anekdote, die eine typische Aussage eines Zen-Meisters zeigt. Die Print-Koans handeln von Meister Cyberlord Gutenberg, der die schmale Grenze zwischen Print und Online bewohnt.

Kategorien:Druckbranche, Koan, Selbstmanagement

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