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Print-Koan #100: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? – Teil 2

 

Der Klostergarten ohne Cyberlord Gutenberg (Foto: Handler)

Im Kloster herrscht Aufregung, denn Meister Cyberlord Gutenberg ist plötzlich verschwunden (siehe Wie wirklich ist die Wirklichkeit? – Teil 1), als ein Novize eine App mit einem Tempel-Symbol von seinem Smartphone gelöscht hat. Es dauert eine Weile, bis ein anderer Schüler die Kloster-App wieder gefunden und installiert hat.

Als er diese App startet, ist ein kurzer Windstoß zu spüren und Cyberlord Gutenberg erscheint wieder.

Nun herrscht noch mehr Aufregung:
„Bist Du nur eine App?“
„Bist du vielleicht ein Programm?“
„Existierst Du wirklich, Meister, oder bist du nur eine Einbildung unseres Geistes?“
Das alles fragen die Schüler, nachdem Cyberlord wieder installiert worden ist.

Cyberlord Gutenberg räuspert sich: „Mu!“, sagt der Meister, „Die Frage nach meiner Existenz ist irrelevant. Die Realität existiert sowieso nur in Eurer Einbildung.“

„Mu“ ist eine der grundlegenden Antworten im Zen und in Koans, die vereinfacht bedeutet: „Die Frage ist nicht sinnvoll gestellt, und kann deshalb nicht sinnvoll beantwortet werden“.

Der Titel des Koans spielt auf das gleichnamige Buch von Paul Watzlawick an, das die Wirklichkeit als Konstruktion unseres Gehirns zeigt, als das Ergebnis von Kommunikation.

Ein Koan ist eine kurze Geschichte, meist eine Anekdote, die eine typische Aussage eines Zen-Meisters zeigt. Die Print-Koans handeln von Meister Cyberlord Gutenberg, der die schmale Grenze zwischen Print und Online bewohnt.

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Kategorien:Koan

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