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Print-Koan #95: Mit allen Sinnen

Schreiben hat Tradition (Foto: Handler)

Cyberlord Gutenberg legt seinen Kalligraphie-Stift zur Seite: „Schreiben mit allen Sinnen regt das Gehirn am meisten an. Dazu gehören die Farbe und die Struktur des Papiers, das Geräusch des Bleistifts beim Schreiben, aber auch die feine Geruchskulisse, wie sie nur beim Schreiben entsteht. Viele Programme haben versucht, um teures Geld das Papier zu imitieren, doch nur am Papier funktioniert es wirklich.“

„Meister, was tust du jetzt mit deiner Zeichnung?“, fragen die Mönche.

Cyberlord Gutenberg legt sein Tablet zur Seite: „Ich habe mein Werk nun für mich gespeichert, um es mithilfe eines Grafikprogramms zu optimieren. Das mache ich doch nicht zu Fuß.“

Die Mönche schütteln den Kopf: „Analog – digital – manchmal ist er hier und gleich wieder ist er dort.“

Ein Koan ist eine kurze Geschichte, meist eine Anekdote, die eine typische Aussage eines Zen-Meisters zeigt. Die Print-Koans handeln von Meister Cyberlord Gutenberg, der die schmale Grenze zwischen Print und Online bewohnt.

 

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Kategorien:Koan, Unterhaltung

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