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Print-Koan #94: Warum gibt es so wenig digitale Bücher?

Analoges Buch, aufgeschlagen

Cyberlord Gutenberg beginnt: „Schauen wir in das Jahr 1887 zurück. Musik konsumierte man vor allem live, doch war gerade schon das Grammophon erfunden, bei Filmen hatte die Stummfilmzeit gerade begonnen, es gab gedruckte Zeitungen und auch gedruckte Bücher.“

Er blickt in die Runde, dann fährt er fort: „Schauen wir uns das Jahr 1987 an: Die Musik war auf Schallplatten, Filme konsumierte man im Kino oder auf als VHS-Videos, es gab gedruckte Zeitungen und auch gedruckte Bücher.“

Wieder hält er kurz inne und fährt fort: „Und heute? Die Musik ist digital, die Schallplatte ist nur mehr etwas für Retro-Freaks, Filme werden digital konsumiert, die Zeitungen nutzen nur mehr ältere Leute, News werden von Jüngeren online konsumiert. Das einzige, was Bestand hat, sind Bücher. Das digitale Buch hat sich nur als Nische etablieren können, die meisten Bücher sind nach wie vor gedruckt.“

„Na und?“, sagt ein Schüler, „das bedeutet nur, dass der Lebenszyklus von gedruckten Büchern einfach länger ist als der von Musik auf Schallplatten. Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden.“

Cyberlord Gutenberg entgegnet: „Oder aber, dass die Verlage immer noch kein digitales Geschäftsmodell gefunden haben, das besser ist als das für das analoge Buch.“

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Kategorien:Koan, Unterhaltung

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