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Print-Koan #74: Wie liest es sich umweltfreundlicher?

Wie gut ist die Umweltbilanz von analogen Büchern? (Foto Christian Handler)

Wie gut ist die Umweltbilanz von analogen Büchern? (Foto Christian Handler)

Lautes Geschrei lässt die Schülerinnen und Schüler von Cyberlord Gutenberg zusammenfahren. Zwei anzuggekleidete Herren stürzen zur Tür herein und ziehen einander an der Krawatte.

„Digitales Lesen ist umweltfreundlicher, denn es verbraucht keine Rohstoffe. Und die Herstellung von Papier frisst jede Menge Strom!“, schreit der Verkäufer von E-Books, dessen Verkaufsergebnisse nicht mehr in die Höhe gehen.

„Unser Rohstoff wächst nach. Und Eure Serverfarmen, die Laptops und die Bereitstellung des ganzen Internets brauchen soviel Energie wie ein ganzer Staat. Und über Elektroschrott kann man gar nicht genug schimpfen!“, fährt ihn der Vertreter der Papierindustrie an. Auch die Umsätze im Papierbereich stagnieren bekanntlicherweise.

Cyberlord Gutenberg trennt die beiden Streithähne und gibt Ihnen eine Aufgabe: „Jeder von Euch hat berechtigte Argumente gegen den anderen, jedoch selbst einiges an Verbesserungsbedarf. Reduziert Euren Strombedarf einmal um 25 % bei gleichem Output, dann wollen wir weiterreden.“

Hintergrund: Ein Vergleich von digitalem Lesen und Lesen im Online-Bereich ist aus Umweltsicht nach wie vor schwierig. Es hängt vor allem von den Systemgrenzen ab, die man setzt und von der Anzahl der Personen, die eine Publikation lesen.

Ein Koan ist eine kurze Geschichte, meist eine Anekdote, die eine typische Aussage eines Zen-Meisters zeigt. Die Print-Koans handeln von Meister Cyberlord Gutenberg, der die schmale Grenze zwischen Print und Online bewohnt.

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Kategorien:Koan, Umwelt

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