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Future Summit Print in München: Print hat eine tolle Zukunft

Der Future Summit Print 2016 war überaus gut besucht (Foto: Christian Handler)

Am 8. Dezember 2017 hat w&v (Werben und Verkaufen) in Kooperation mit Print Power Deutschland und dem Verband Druck & Medien Bayern in München den Future Summit Print abgehalten. Die Veranstaltung war restlos ausverkauft und das alleine zeigt, dass das Thema Print gerade eine Renaissance erlebt.

Eine neue Bedeutung des Printhaften
Der erste Teil des Summits zeigte die gestärkte Bedeutung des Mediums Print in einer sich dauernd verändernden Medienwelt.

Matthias Horx zeichnete ein optimistisches Bild für die Zukunft von Print (Foto: Christian Handler)

Als Keynote Speaker erläuterte Zukunftsforscher Matthias Horx, dass in unserer Zeit der extremen Digitalisierung Entschleunigung und Achtsamkeit an Bedeutung gewinnen. Die Nutzung sozialer Medien hat ihr höchstes Ausmaß bereits überschritten und so erklärt er sich, dass sich die Mediennutzung wieder in Richtung Print verschiebt.

Horx als Meister im Erkennen und Ausformulieren von Metatrends begeisterte das Publikum mit Lagerfeuergeschichten, mit der Beschreibung des Kommmunikationsuniversums und der Erkenntnis, dass lineares Denken noch nie die Zukunft korrekt vorhergesagt hat. Genausowenig haben einfache Substitutionsthesen noch nie gestimmt (zum Beispiel: Online ersetzt Papier).

Denn das Gegenteil ist der Fall: Achtsamkeit ist ein Schlüsselbegriff der heutigen Gesellschaft geworden, meint Horx. In unserer Erregungskultur beginnen wir innezuhalten und wir wollen uns wieder auf das Wichtige konzentrieren. Dabei helfen uns beispielsweise alte Werte wie Optimismus, ebenso antike Techniken wie Yoga, oder eben klassische Medien wie Print, meint Horx.

Print ist nur im Wandel erfolgreich

Eine Reihe von Fallbeispielen zeigte die Veränderungen der Medienwelt und wie man in diesem Wandel mit Print erfolgreich sein kann.

Hannes Ludwig von der FAZ erläuterte die Verjüngung seiner Print-Marke, indem neue Magazine erfunden und ein deutlich jüngeres Zielpublikum gefunden werden konnten.

Professor Miriam Meckel zeigte die Möglichkeiten und Grenzen des Roboterjournalismus. In Kürze könnten rund 50 % der Texte von News-Portalen von Algorithmen generiert werden. Der echte Journalismus punktet jedoch durch die richtigen Fragen und das individuelle Storytelling, so Meckel.

Lars Gerber von Bonprix (der Billigmarke der ottogroup) zeigte den Katalog als modernes Instrument in der Markenführung. Bonprix hat den Katalog verjüngt und erfolgreich an eine junge Zielgruppe angepasst.

Lars Gerber von Bonprix: Kataloge sind modern (Foto: Christian Handler)

Dominik Romer von CEO Adnymics sprah über individualisierte Paketbeileger. Die Vollpersonalisierung sorgt bei seinen Kunden für unglaublich gute Konversionsraten. Hier staunten manche, die solche Projekte schon technisch nicht für möglich gehalten haben.

Dominik Romer sorgt für unglaublich gute Conversion Rates – mit Gedrucktem (Foto: Christian Handler)

Marketing: Dialog auf Augenhöhe

Der Nachmittag zeigte die vielfältigen Vorteile, die Print für das Marketing bietet. Zunächst ging es um ökologische Aspekte: Diese wurden von Dr. Stefanie Eichiner von UPM angesprochen. 

Dann gibt es handfeste Studien über die Wirkung von Print. Dr. Kai Markus Müller von Neuromarketinglabs berichtete von deutlich besserer Markenpräsenz, wenn Produkte die Kanäle Riechen, Schmecken und Anfassen bespielen. Das sind Kanäle, die im Internet vernachlässigt bleiben und die bei Print bespielt werden können.

Dr. Kai Markus Müller von Neuromarketing Labs (Foto: Christian Handler)

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Tages aber lieferte der Mediaplaner Dr. Andrea Malgara. Er ist Spezialist für Programmatic Advertising, das als einer der Zukunftstrends in der Werbung gilt. Meist wird es vereinfacht als reine Online-Optimierung angesehen. Dr. Malgara stellte klar, dass gerade im Programmatic Advertising Print einen sehr wichtigen Faktor darstellt. Auf Basis der Auswertung des Nutzerverhaltens über eine Kontaktwirkungskurve wird Print ein unverzichtbarer Kanal des Medienmixes.

Dr. Andrea Malgara ist von der Bedeutung von Print im Programmatic Advertising überzeugt (Foto: Christian Handler)

Zusammenfassung: The Power of Print

Zwei Aspekte sind mir bei diesem heutigen Kongress besonders aufgefallen:

Erstens ist aus dem Jammern über Print ein neues Selbstbewusstsein geworden: Die Medienwelt ist in einem dauernden Wandel und Print wird immer mit dabei sein. Der aktuelle Trend zur Achtsamkeit betont dieses neue Selbstverständnis.

Zweitens konnten die Drucker auf Augenhöhe mit den Marketing-Spezialisten diskutieren. Best-Practice-Beispiele, Diskussion über Conversion Rates, Impact oder Markenbildung zeigten, dass gute Druckereien zu wichtigen Partnern im Werbegeschäft geworden sind. Sie verstehen das Business ihrer Kunden, der Werber und sie wissen genau, für welche Zwecke sie diesen Kunden Print empfehlen werden.

Brezel mit Butter in der Pause (Foto: Christian Handler)

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Kategorien:Druckbranche

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1 Antwort

  1. Eine wirklich treffende und inspirierende Zusammenfassung des Future Summit Print 2016. Danke dafür!

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