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Print-Koan #68: Verluste

 

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Herbstlaub (Foto: Christian Handler)

Während Cyberlord Gutenberg eine Notiz schreibt, fällt ihm sein Notizbuch aus der Hand und von der Mauer des Klosters, an der er steht, hinunter ins Meer.

Gebannt sehen ihn seine Schülerinnen und Schüler an. „In dem Notizbuch hast Du Dein ganzes Leben aufgezeichnet, nun ist alles verloren!“, sagen sie. „Nichts davon ist in der Cloud gespeichert.“

„Was wichtig ist, weiß ich. Und auch das Wissen in der Cloud ist nicht für ewig.“

Er nimmt sein Smartphone aus der Tasche und löscht den gesamten Posteingang. „Wenn etwas Wichtiges dabei war, wird sich das schon wieder melden. Alles andere ist sowieso unwichtig. Lasst Euch nicht zum Sklaven Eurer Werkzeuge machen.“

Mit diesen Worten wirft er sein Smartphone in den Brunnen des Klosters und verlässt seine Anhänger, um zu meditieren.

Ein Koan ist eine kurze Geschichte, meist eine Anekdote, die eine typische Aussage eines Zen-Meisters zeigt. Der Brunnen des Klosters ist bekanntlich seit vielen Jahren trockengelegt. Eine Schaumstoffmatratze schont Cyberlords Smartphones. 

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Kategorien:Koan

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