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Glosse: Hände weg von Native Advertising!

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Hinter dem modern und harmlos klingenden Begriff „Native Advertising“ verbirgt sich ganz einfach der bekannte Begriff der unseriösen Schleichwerbung. Was ist dazu zu sagen?

Rechtliche Lage

In Österreich bestimmt der § 26 des Mediengesetzes, dass entgeltliche Veröffentlichungen entsprechend gekennzeichnet sein müssen, damit der Leser/die Lesering weiß, ob sie es mit Werbung oder echten redaktionellen Inhalten zu tun haben.

Den meisten Print-Medien (außer dem ganz tiefen Boulevard) ist hier hoch anzurechnen, dass sie sich im Normalfall an diese gesetzliche Vorgabe halten. Bei Online-Medien habe ich eher das Gefühl, dass man es in vielen Fällen hier nicht so ernst mit der Kennzeichnung nimmt.

Eine bedenkliche Entwicklung ist für mich, dass die Werber nun die Blogger-Szene entdeckt haben und den guten Ruf der „unabhängigen“ Blogger nutzen wollen, um Werbung für Ihre Produkte zu erhalten. Youtube, Tumblr, Instagram oder Facebook sind voll von solchen „Empfehlungen“ für Produkte, die in Wirklichkeit nichts anderes als bezahlte Werbung sind. In den seltensten Fällen wird hier die Kennzeichnungspflicht des § 26 eingehalten.

Der „Bullshit-Filter“

Diejenigen, die unseriöse Werbung über Social Media machen – indem sie Blogger dafür bezahlen, dass sie ihre Produkte bewerben – diejenigen werden sich noch wundern, glaube ich. Die Internet-Benutzerinnen und -Benutzer haben nämlich einen eingebauten „Bullshit-Filter“: Wir erkennen sehr schnell, wer „echt“ und wer „gekauft“ ist. Unseriöses Native Advertising wird schnell nach hinten losgehen und die Reputation von Unternehmen zerstören, die hier glauben, mit Geld könne man alles kaufen.

Es gibt natürlich auch positive Beispiele: Manche Werbespots sind heute ausdrücklich mit dem Hintergedanken der viralen Verbreitung entwickelt worden. Wenn der Spot gut ist und die Werbebotschaft so im Netz verbreitet wird, dann ist es einfach gute Werbung, die auch problemlos als solche zu erkennen ist.

In eigener Sache

Als Blogger muss man sich natürlich selbst auch die Frage stellen, ob man sich von einem Unternehmen „kaufen lässt“.

Ich selbst habe dabei für mich folgenden Ehrenkodex festgelegt:

Die Software, die ich hier in diesem vorstelle, habe ich immer gekauft.

Bei den Büchern jedoch, die ich bespreche, erhalte ich von den Verlagen meistens kostenlose Rezensionsexemplare. Mein Filter ist hier einfach der: ich bespreche prinzipiell nur Bücher, die ich selber anfordere und für gut empfinde; unaufgefordert zugeschickte Bücher bespreche ich nur in den seltensten Fällen.

Und immer wieder muss sich ein Verlag von mir auch gefallen lassen, dass ich auch mal etwas Negatives schreibe. Ich finde es beispielsweise bei österreichischen Verlagen nicht in Ordnung, wenn im Ausland gedruckt wird und sage das auch.

In diesem Blog werdet Ihr also nie Native Advertising finden, sondern immer meine ehrliche persönliche Meinung.

Hände weg vom Native Advertising

Allen Unternehmen, die Native Advertising ohne Kennzeichnung betreiben, wird das Internet schnell einen Spiegel vorhalten. Unseriöse Methoden werden schnell entlarvt werden und nicht funktionieren, glaubt Der Filter.

Zum Wikipedia-Artikel über Native Advertising

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Kategorien:Glosse, Medienrecht

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