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Selbstorganisation: Die neue Lust am Papier – Bulletjournal, Paper Republic und Midori

Selbstorganisation auf Papier: der aktuelle Trend oder hoffnungslos retro? (Foto: Handler)

Selbstorganisation auf Papier: der aktuelle Trend oder hoffnungslos retro? (Foto: Handler)

Menschen haben ihre natürlich vorgegebenen Grenzen immer schon gerne überschritten: Wir nutzen Autos, um schneller voran zu kommen, Telefone, um über weite Strecken zu telefonieren und Bibliotheken oder das Internet als Exo-Hirn, um auf das Wissen von vielen anderen zuzugreifen. In gewisser Weise sind wir also schon seit langem Cyborgs: wir Menschen, die ihre Fähigkeiten durch Tools Fähigkeiten in ungeahnter Weise erweitert haben.

In der persönlichen Organisation, waren lange Zeit Notizbücher das Maß aller Dinge. Sie erweitern die Möglichkeiten des Gehirns, indem sie uns helfen, Dinge zu merken, Aufgaben zu sortieren und Notizen anzulegen, wo auch immer wir sind. Die Revolution durch Smartphones und Tablets hat auch in diesem Bereich unseres Lebens einen Entwicklungsschub gebracht; es sah einige Zeit ganz so aus, als würde das Papier in der Selbstorganisation verschwinden.

Doch seit einigen Jahren gibt es wieder eine Renaissance des Papiers und  einen Hype rund um Organizer, die aus Leder und Papier gefertigt sind.

Als Organisationsmethode zur Organisation zieht hier das Bullet Journal seine Kreise durch das Internet. Der Name leitet sich vom intensiv verwendeten „Bullet Point“ (dem Aufzählzungszeichen) her. Es handelt sich hier um ein einfaches System, das auf beliebigen Notizbüchern verwendet werden kann. Das Journal wird nach individuellen Wünschen gestaltet: Ob Kalender oder kein Kalender, tägliche oder wöchentliche To-Do-Listen, persönliche Ziele, Platz zum Zeichnen: alles ist alles möglich und kann vor allem – anders als bei einem Programm – jederzeit und laufend den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Es gibt keine vorgedruckten Blätter oder Vorgaben, und ein Index hilft, den Überblick zu bewahren. Schauen Sie mal auf Youtube, Facebook, Etsy und Pinterest – die sozialen Medien sind voll von solchen individualisierten Journalen.

Nun stellt sich die Frage: Wie ist so eine Renaissance von Papier möglich in einer Zeit der sich immer mehr digitalisierenden Customer Journey?

Natürlich hat das Schreiben und Zeichnen auf Papier seine Vorteile: der Kreativität wird Freiraum gelassen, abseits aller Grenzen von Programmcodes.

Ich denke, das wahre Geheimnis für die Renaissance von solchen Journalen ist aber ein anderes: Diese extrem personalisierten Journale kommen dem aktuellen Megatrend zur Individualisierung entgegen.

Denn hier gibt es für jeden Geschmack und für jede Geldbörse genau das richtige: Notizbücher von renommierten Marken wie Moleskine oder Leuchtturm; modular zusammenstellbare Systeme von Midori aus Japan (ein Klassiker) oder von vielen anderen Herstellern, Accessoires in riesengroßer Zahl und unterschiedlichsten Formaten, Leder, Kunstleder, Kunststoff oder Karton: Kein persönliches Journal gleicht einem anderen, jedes ist Ausdruck einer Persönlichkeit.

Die Verbindung zwischen Papierwelt und elektronischer Welt ist dabei ganz einfach: Seiten auf Papier können zur Archivierung – inklusive Schrifterkennung – beispielsweise mit der Evernote Pagecam in das elektronische Archiv übertragen werden.

 

Mein Grand Voyageur: sehr indiviualisiert, ganz meins. (Foto: Handler)

Mein Grand Voyageur: sehr individualisiert, ganz meins. (Foto: Handler)

 

Ein Beispiel: Meine persönliche Selbstorganisation

Mein persönlicher Organizer beispielsweise ist ein Grand Voyageur XL von Paper Republic in schwarz: Das ist ein hochwertiger Ledereinband, hergestellt von Paper Republic in Wien. Die Einlagen (13,5 x 20 cm) schneide ich mir aus Moleskine Cahiers in verschiedenen Farben auf das Format zu. Zur Organisation benutze ich kleine Metallklammern (Les fleches), die ich ebenfalls von Paper Republic habe sowie Messing-Zahlen, die ich beim Journal Shop in Großbritannien gefunden habe.

Das Ergebnis: Ein extrem personalisiertes System, das genau auf meinen Bedarf zugeschnitten ist und im kreativen Bereich meine elektronische Selbstorganisation – Evernote und Nozbe perfekt ergänzt.

Die Zukunft der Selbstorganisation gehört also der Individualität und wird elektronische Elemente ebenso beinhalten wie klassische Papierelemente.

Links

Bullet Journal
Paper Republic – mein absoluter Favorit!
Moleskine
Leuchtturm
X17
Sous-Bois: Ein echt guter Shop für Midoris mitten in Wien – auch mit Webshop
Journal Shop – Zubehör aus Großbritannien

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Kategorien:Leben, Selbstmanagement

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