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Digital Leadership

Organiser aus Leder und Papier erfreuen das Herz, sie sind nicht notwendigerweise effektiver

Foto: Handler

Eines ist klar: Die moderne Informationsgesellschaft benötigt ein völlig neues Führungsverhalten. Während wir Hierarchien und klassisches Projektmanagement gewohnt sind, erfordern die aktuelle Gesellschaft und die aktuellen Menschen (Stichwort: Generation Y) völlig neue Verhaltensweisen von Führungskräften, damit erfolgreich gearbeitet werden kann.

Das wird heute gern unter dem Oberbegriff Digital Leadership zusammengefasst. Aber was steckt hinter diesem Schlagwort?

Erstens: Digitale Kommunikation

Wer sich zuerst fragt, was Facebook, Twitter, Slack, Periscope oder Snapchat an Mehrwert bietet, hat den wesentlichen Punkt übersehen. Erst im Dialog mit der Zielgruppe zeigt sich nämlich für den modernen Menschen, welche Kommunikationsformen erfolgreich sind. In vielen Fällen bedeutet die Beschäftigung mit der Zielgruppe auch eine radikale Veränderung der Kommunikationsformen – in etlichen modernen Unternehmen erläutert der Lehrling dann auch möglicherweise einmal dem CEO, wie Snapchat vernünftig anzuwenden ist.

Aber wie kann man effizient mit der digitalen Kommunikation beginnen? Eine Grundfähigkeit in der digitalen Welt ist aus meiner Sicht Working out Loud (sozusagen: Lauthals losarbeiten), das ermöglicht, in sozialen Medien effektiv anwesend zu sein und Ziele zu erreichen. Die in den USA entwickelte Methode erobert über Deutschland gerade den europäischen Markt. Es geht dabei um zielgerichtetes Nutzen von sozialen Medien, ohne sinnlosen Aktionismus.

Zweitens: Digitale Workflows

Digitale Workflows bedeuten, dass man zur richtigen Zeit digitale Instrumente einsetzt, um im Team erfolgreich zu sein. Evernote, Slack oder Trello sind wunderbare Instrumente, mit denen Teams erfolgreich sein können.

Digitale Workflows bedeuten nicht, dass man Papiermethoden bedingungslos über Bord wirft, denn das ist – wie viele Erkenntnisse zeigen – kontraproduktiv. Wir alle lieben es – je nach Anforderung – Dinge auf Papier zu notieren oder elektronisch. Moderne Workflows werden diesen Anforderungen gerecht. Ein großartiges Beispiel ist Evernote: Dieses zunächst rein digitale Archivsystem ermöglicht an vielen Stellen die Integration von analogen Systemen. Über die Pagecam können klassische Notizen – auf einfachen Zetteln oder aus dem Notizbuch– einfach in Evernote integriert werden.

Aktuelle Systeme, wie das neue Wacom Bamboo Slate zeigen, dass die intuitive Art des Schreibens sehr einfach in digitale Welten übertragen werden kann. Das ist wichtig, denn viele Personen wollen nach wie vor auf Papier schreiben. Moderne Workflow erlauben es, Papier einfach und schmerzfrei zu integrieren und zeigen uns dabei, dass Papier ein großartiges Fenster in die digitale Welt ist.

Drittens: Keine Angst vor neuen Führungssystemen: Führen auf Augenhöhe

Die radikalste Änderung im Zuge des Digital Leaderships sind die modernen Führungsmethoden: sie sind gekennzeichnet vom Aufweichen der Hierarchien. Ältere Führungskräfte sind noch gewohnt, dass sie automatisch in der Hierarchie über den anderen stehen und dass Fehler vermieden werden müssen.

Moderne Führungskräfte sehen sich als Moderatoren, die die Ideen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bahnen lenken und den Prozess steuern. Ein wichtiger Punkt ist hier, dass sich Führungskraft und Spezialist auf Augenhöhe begegnen. Und dass Fehler ausdrücklich erlaubt sind, weil sie dabei helfen, den Prozess vorwärts zu treiben.

In der modernen Welt sind Projekte  nicht von Anfang an festgelegt sind, sondern ändern sich laufend während der Durchführung. Bei der Visualisierung und Umsetzung helfen hier agile Projektmanagementmethoden wie zum Beispiel Kanban oder Scrum.

Zusammenfassung

Die Grundlagen für Digital Leadership sind also wirklich einfach, und mit ein bisschen Hausverstand wird man sie in die Praxis umsetzen können, ohne auf sehr wichtig und kompliziert klingende Methoden (mit Trademark) zurückgreifen zu müssen, die uns die neuen Weisheiten gegen klingende Münze näherbringen wollen.

 

Christian Handler hat eine Ausbildung als Working out Loud Circle Guide und ist ist Evernote Certified Consultant.

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Kategorien:Glosse, Selbstmanagement

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