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Einen Umtrunk wert: Brauwerk Ottakring

Die Sed Cards der aktuellen Biere des Brauwerks (Foto: Christian Handler)

Die Sed Cards der aktuellen Biere des Brauwerks (Foto: Christian Handler)

Die Herren der Familie, also meine Söhne und ich, haben letztens einen Brautag im Ottakringer Brauwerk besucht. Die Ottakringer leisten sich ja neben der bekannten großen Ottakringer Brauerei, die unter anderem das legendäre „16er Blech“ herstellt, auch seit kaum zwei Jahren eine kleine Craft-Brauerei, die in 1.000-Liter-Einheiten Spezialbiere braut – das Brauwerk. Das Brauwerk ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Ein Brautag in Brauwerk ist sozusagen ein Bierseminar: Man lernt neben der Theorie des Bierbrauens einiges über die Sensorik – oder anders: wir haben alle vorhandenen Sorten intensiv durchgekostet. Und vor allem darf man einen Tag lang dem Braumeister über die Schulter blicken, wenn der schrotet, maischt, läutert, den Hopfen einbringt und schließlich die goldgelbe Flüssigkeit in den Tank ablässt. Das alles im stylischen Ambiente des Brauwerks. Auch eine Führung durch die Ottakringer Brauerei ist dabei, von den riesigen Bottichen bis hin zum Hefekeller.

Ein Highlight des Brautages ist wie gesagt die Verkostung der aktuellen Biere. Wie es sich für eine ordentliche Craft-Brauerei gehört, hat das Ottakringer Brauwerk neben den Stammsorten Hausmarke 1 bis 4 auch einige Spezialbiere, die es eben nicht immer gibt.

Verkostungsnotizen: Unser Eindruck von den aktuellen Biersorten des Brauwerks

Hausmarke 1 – Blond: Ein blondes Bier mit der Betonung auf die Hefenoten in der belgischen Tradition. Schmeckt dezent nach Zitrusfrüchten, Mango oder Passionsfrucht. Besser gehts in Belgien auch nicht.

Hausmarke 2 – Session IPA: Das „Signature“-Bier des Brauwerks. Ein herrlich leichtes Session-IPA mit extrem fruchtigem Hopfengeschmack. Dieses IPA durften wir auch am Brautag begleiten, seitdem wissen wir, dass ein Teil des Hopfens erst ganz zum Schluss dazukommt und so für die Fruchtigkeit sorgt. Und dass Haferflocken dabei sind, die dem Bier einen guten Körper geben.

Haudmarke 3 – Porter: Das ist ein dunkles Porter-Bier: Riecht nach Kaffee, Leder, Schokolade. Sehr aromatisch, etwas für Liebhaber von dunklem Bier.

Hausmarke 4 – Flanders Red: Eine schräge Mischung aus Starkbier und Sauerbier. Hier werden auch Eichenholz-Chips verwendet. Milchsäurebakterien sorgen für die Säure – eine erfrischende Bier-Variante, die sehr gefährlich ist, weil sie stärker ist, als sie schmeckt.

Imperial Vienna Lager: Das ist eine sehr edle, starke Variante des klassischen Wiener Lager-Biers, sozusagen ein kaiserliches Ottakringer. Ein echter Geheimtipp!

Green Cool Chili Checker: Außer Konkurrenz durften wir noch das speziell für das Novarock-Festival gebraute Chili-Bier kosten: Das ist ein IPA versetzt mit echten Chilis, zu Ehren der Red Hot Chili Peppers. Die Schärfe ist nach ein paar Schlucken deutlich spürbar, das Ganze ist ein gelungenes Experiment.

Braukultur-Wochen von 30. Juni bis 31. August

Im Sommer 2016 laufen in Ottakring wieder die Braukultur-Wochen. Jede Woche wird eine andere kleine Brauerei vorgestellt, dazu gibt es Führungen und uriges Essen. Die Gastbrauereien kommen dieses Jahr aus Österreich, Norwegen, Belgien, Polen, Deutschland und Tschechien. Wir waren letztes Jahr schon dort und können die Veranstaltung nur empfehlen.

Zu den Braukultur-Wochen

Zum Brauwerk

*Begriffsdefinition 16er-Blech: Der Name wird umgangssprachlich für das Dosenbier aus dem 16. Wiener Gemeindebezirk – Ottakring – verwendet, in der die Ottakringer Brauerei beheimatet ist.

Wissenswertes in Wikipedia zur Ottakringer Brauerei

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Kategorien:Restaurantkritik, Unterhaltung

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