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Drupa 2016: Die Druckbranche ist wieder auf der Überholspur

Drupa 2016: Die Druckbranche ist wieder auf der Überholspur

Drupa 2016: Die Druckbranche ist wieder auf der Überholspur

Das sind also die Ergebnisse der Drupa 2016: Digitale Druckmaschinen sind in aller Munde. Einer der am stärksten wachsenden Märkte für Gedrucktes ist die Verpackung, das Potenzial für den Digitaldruck ist hier wohl am größten. Der erste Anflug des Beginns der Ablösung des Offsetdrucks durch den Digitaldruck ist ebenso sichtbar geworden. Alles das ist in Düsseldorf offensichtlich gewesen.

Doch im Kern hat die Drupa 2016 endgültig die digitale Identität der Druckindustrie offen gelegt. Sie war wie keine zuvor eine Drupa der Daten. Natürlich hat uns die gerade vorgestellte Generation von Digitaldruckmaschinen gezeigt, dass der digitale Auflagendruck nun endlich erwachsen geworden ist. Aber in Wirklichkeit ging es um die Daten dahinter.

Die Branchenanalystin Laurel Brunner hat das sehr schön zusammengefasst: „Print is a physical product operating in a digital world.“

Es hat natürlich bereits einige Zeit gedauert, bis diese Erkenntnis bei den Maschinenherstellern angekommen ist. Mit der Drupa 2016 ist aber klar geworden: Die klassischen Druckmaschinenhersteller sind jetzt voll auf den digitalen Zug aufgesprungen und sie geben ganz gewaltig Gas. Und gerade die großen deutschen Offsetdruckmaschinenhersteller, allen voran Heidelberg, haben sich mittlerweile komplett neu erfunden. Viele der im Mai vorgestellten Konzepte regen zum Staunen an, manche auch zum Schmunzeln.

Aber mindestens genauso staunenswert wie die Konzepte selber ist die Tatsache, dass es dabei viele Allianzen und Kooperationen zwischen den Herstellern gibt. Das ist gut so, denn kein Hersteller  wird bei den komplexen  Herausforderungen für die Branche alle notwendigen Bausteine alleineliefern können. Offene Schnittstellen und modulare Systeme sind heute unerlässlich, um gemeinsam funktionierende und skalierbare Lösungen für die Druckbranche liefern zu können. Die Computerindustrie hat das vorgezeigt, die Druckbranche folgt nun.

Druck und Industrie 4.0

Auf einer Managementebene hat die Drupa heuer gezeigt, dass der Technikfokus der Druckbranche sehr wohl auch Vorteile bietet: Drucken ist plötzlich auf der Überholspur, was die Industrie 4.0 betrifft. Mit durchgängig digitalen Prozessen, einer vollständigen Vernetzung und der nun sehr real wirkenden Vision des gänzlich autonomen Druckens – das druckende Gegenstück zum selbstfahrenden Auto – ist eine ganze Branche dabei, sich gerade neu zu erfinden. Und sie wird wohl als eine der ersten Branchen in der vernetzten Welt ankommen.

Was bedeutet das für die Druckereien?

Die Druckdienstleister selbst wiederum sind gerade dabei, ihre digitale Identität ganz langsam anzuerkennen und sich in ihrer neuen Rolle zurechtzufinden, ja in vielen Fällen sogar wohlzufühlen. Druckplatten, Druckprozesse und Endfertigung werden nun endlich konsequent mit Software und Datenmanagement verbunden; digitale Dienstleister werden geboren. Möglicherweise wurde auf dieser Drupa bereits die kritische Masse erreicht, um die digitale Version des Druckens am Markt erfolgreich zu machen.

Johannes Gutenberg würde sagen: „Ich habe wieder ein verdammt gutes Gefühl für diese Branche!“

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Kategorien:Druckbranche

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