Der Filter

Die Welt der Technologie und der Medien

Papier, Cloud, Midori, Evernote, Bullet Journal: So funktioniert mein Exo-Hirn

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mein Grand Voyageur von Paper Republic

Ich verwende Technologie in Form von Papier und Programmen zur Erweiterung meines Gehirns, ähnlich wie ich ansonsten Technologie in Form von Verkehrsmitteln zur Erweiterung meiner Muskelkraft verwende.

Und ich bin Technologiefreak, und ich schätze Programme und ich liebe das Schreiben und Zeichnen auf Papier.

Nach intensivem Ausprobieren verschiedener Programme, Methoden und Papierorganisationssyssteme hat sich die folgende Methode als die beste für mich herausgestellt: Ich verwende beides!

Exo-Hirn in der Cloud

Die Cloud dient dabei als Hauptdatenspeicher und Archiv. Als mein Exo-Hirn habe ich Evernote gewählt, hier wird alles abgelegt. Die Suchfunktion von Evernote hilft dabei, alles wiederzufinden.

Für die Organisation meiner Aufgaben und Projekte verwende ich immer wieder andere Programme (meine Favoriten sind derzeit: Todoist, Omnifocus, Nozbe, BeesyMe).

Warum das? Erstens, weil ich Technologie liebe und zweitens, weil meine Aufgaben immer wieder den Kick des Neuen brauchen. Wenn ich ein Aufgabenprogramm beherrsche, wird es mir fad und das Erledigen von Aufgaben verkommt zum Verwalten von Aufgaben. Ich möchte immer gerne etwas Neues ausprobieren.

Außerdem ist das Umziehen von einem Programm ins nächste ein reinigender Prozess: Unwichtige Aufgaben nehme ich nicht mit, die belasten mich dann auch nicht mehr. In kurzer Zeit werden die Aufgaben so aufgeräumt. Eine Methode, die ich mir von den Papier-Organisern abgeschaut habe.

Papier, mon amour

Papier dient bei mir immer wieder als Primärerfassung von Texten. Viele kreative Texte schreibe ich zunächst auf Papier und redigiere sie dann, indem ich sie in eine endgültige elektronische Form reinschreibe.

Auch bei Besprechungen schreibe ich sehr gerne auf Papier mit. Der Vorteil des Papiers ist hier neben der Zurückhaltung die Kreativität. Ich kann im Thema oder auch abseits des Themas mitdenken, zeichnen, kritzeln.

Derzeit habe ich immer wieder Moleskine-Notizbücher in Verwendung, und gleichzeitig auch kleinere und flexiblere Systeme wie ein Midori-Notizbuch oder – mein Favorit derzeit – ein Grand Voyageur von Paper Republic (für Midori-Fans: Das ist ein Fauxdori aus Europa und wird in Wien hergestellt). Bei den Papieraufzeichnungen ist Stil für mich wichtig. Die Dinge dürfen schön und teuer sein. Und auch hier ist mir die laufende Änderung wichtig. Deshalb liebe ich dünnere Hefte, die schneller fertig sind, sodass ich dann wieder einmal ein anderes Heft ausprobieren kann.

Brückenschlag: Die Übertragung der Notizen auf Papier in die digitale Welt

Was für mich wichtig ist, ist: die effiziente Übertragung der Notizen auf Papier in die digitale Welt. Das schaffe ich mit zwei Hilfsmitteln:

1. Evernote Pagecam: Die in Evernote integrierte App macht aus dem Foto einer Seite sofort ein Dokument. Perspektive und der Kontrast werden automatisch korrigiert und das Original ist in einer elektronischen Variante für immer gespeichert. Wenn ich einigermaßen leserlich schreibe, erkennt Evernote sogar den Text auf meinen Seiten und ich kann in den Dokumenten suchen.

2. Aufgaben: Hier verwende ich die effiziente Methode des Bullet Journals. Ich gehe die Notizen durch und übertrage die Aufgaben in mein Produktivitätsprogramm. Beim Bullet Journal verwende ich aber nur eine kleine Menge der Symbole. Um genau zu sein, nämlich nur den namensgebenden Punkt. Beim Archivieren von Dokumenten wandle ich die mitgeschriebenen Aufgaben – die mit einem Punkt gekennzeichnet sind – in elektronische Aufgaben um.

Zusammenfassung

Die Verbindung der beiden Welten hat sich als sehr praxistauglich gezeigt: Auf der einen Seite schaffe ich so die laufende Abwechslung in den Werkzeugen, die mir immer wieder Impulse geben, um effizient zu arbeiten und dran zu bleiben. Das System verbessert sich dauernd und bleibt in Bewegung.

Auf der anderen Seite kann ich so die Vorteile der elektronischen Speicherung (Suche, Austausch mit anderen) und die Kreativität und Unmittelbarkeit des Papiers verbinden.

Natürlich handelt es sich hier um ein hochindividuelles System und andere werden andere Systeme benötigen. Und vielleicht findet Ihr hier ein paar Ideen, die Ihr selbst bei Eurer Selbstorganisation brauchen könnt.

Advertisements

Kategorien:Selbstmanagement

Schlagwörter:, , , , , , , , , , ,

1 Antwort

  1. Klingt sehr inspirierend 🙂

    Gefällt mir