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Glosse: Rettet das Blaupapier!

Meine Kinder werden wohl nie lernen, mit Blaupapier umzugehen, denke ich mir. Und ich erinnere mich: Als Durchschreibepapier oder Kohlepapier diente es dazu, beim Schreiben eine Kopie – meist für die Ablage – gleich mit zu erstellen.

Nun hat sich der Begriff selbst im Kürzel cc (für Carbon Copy) zwar in die digitale Welt gerettet, das Blaupapier selbst ist weitgehend ausgestorben.

Nur die modernen kohlefreien Selbstdurchschreibepapiere werden nach wie vor in begrenztem Umfang verwendet.

Ist es denn schade um das Blaupapier?

Ist es denn wirklich schade um das Blaupapier? Nein, so denke ich zuerst, denn die Technologie, die nachfolgte, ist bei weitem effizienter und schneller. Ich fühle mich in dieser hochtechnologischen Welt wohl und kann gut mit ihr umgehen.

Ist es denn wirklich schade? Ja, denke ich, denn mit dem Blaupapier verschwindet ein ganzes Büro-Zeitalter. Ärmelschoner, Schreibmaschinen, Blaupapier haben es gekennzeichnet – sie alle wurden von der Geschichte überholt, als die PCs die Welt eroberten. Vorbei ist eine Zeit, in der genug Zeit war, um miteinander zu reden, anstatt noch schnell die Mails zu checken.

Die Rettung des Blaupapiers

Ich empfehle für einen solchen Nostalgieanfall: Schnell auf den Dachboden, die alte Schreibmaschine herausholen, Blaupapier zwischen zwei Bögen Papier einspannen und einen Text schreiben, völlig ineffizient, auf die gute alte Art. Das hilft mir meistens. Denn so wird die Erinnerung an das Blaupapier hochgehalten und ich freue mich ganz schnell wieder auf ein paar E-Mails. Wenn es dann immer noch nicht reicht, schaue ich noch einen Film mit Humphrey Bogart.

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Kategorien:Glosse, Unterhaltung

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