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Print-Koan #45: Digitaler Sturm

Welche Medien werden nach der digitalen Transformation vorherrschen? (Foto: Handler)

Welche Medien werden nach der digitalen Transformation vorherrschen? (Foto: Handler)

Der Meister des Digitalen und Analogen, Cyberlord Gutenberg, erläutert: „Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden. Manchmal braucht das seine Zeit. Auch nach der Erfindung des Buchdrucks benötigte es Jahrhunderte, bis die Verlage alle Möglichkeiten ausgelotet hatten, mit dem Drucken Geld zu verdienen. Ebenso wird Kommunikation auf Papier in einigen Jahren wohl ein Nischendasein führen. Und das Drucken selbst entdeckt gerade viele neue Medien neben Papier.“

Sein Schüler, der Verleger Perry Weiß, wirft ein: „Aber gilt nicht immer das Rieplsche Gesetz? Dass kein Medium jemals völlig untergeht, sondern gleichberechtigt neben den neuen Medien existieren kann? Schallplatten beispielsweise doch erleben gerade eine Renaissance.“

Cyberlord Gutenberg: „Auch die Schallplatte lebt nur in einer Nische weiter. Wir sind in vielen Bereichen erst am Beginn einer digitalen Transformation, deren Auswirkungen wir noch gar nicht abschätzen können.“

Dann ducken sie sich beide, während der digitale Sturm über sie hinwegfegt.

Hintergrund:
„Das so genannte Rieplsche Gesetz der Medien besagt, dass kein gesellschaftlich etabliertes Instrument des Informations- und Gedankenaustauschs von anderen Instrumenten, die im Laufe der Zeit hinzutreten, vollkommen ersetzt oder verdrängt wird.“ (Definition laut Wikipedia).

Der oft behauptete Gesetzescharakter der Rieplschen Hypothese – die ursprünglich auch gar keinen Universalanspruch auf alle Medien hatte – ist heute umstritten.

Ein Koan ist eine kurze Geschichte, meist eine Anekdote, die eine typische Aussage eines Zen-Meisters zeigt.

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Kategorien:Druckbranche, Koan

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