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App-Empfehlung: Things – Spartanische Selbstorganisation mit feinen Features

So sieht Things aus: Hier die iPad-Variante (Abbildung: Cultured Code)

So sieht Things aus: Hier die iPad-Variante (Abbildung: Cultured Code)

Bei vielen Organisationsprogrammen hat man genau zwei Möglichkeiten, Aufgaben einzuordnen: Mit Termin – dann gehen sie über kurz oder lang auf die Nerven, vor allem wenn viele Aufgaben zu tun sind und man ohnehin schon alle Hände voll zu tun hat, Aufgaben von heute auf morgen zu verschieben. Oder die Aufgabe wandert in ein Projekt, ohne Termin. Dann geht sie mit ziemlicher Sicherheit verloren und wird vergessen.

Things geht von der Methode: „Getting Things Done“ aus. Das bedeutet, dass durch die Selbstorganisation Dinge nicht dringend werden sollten, da sie laufend erledigt werden.

Also gibt es konsequent neben dem Aufgaben-Eingang eine Umsetzung der vier Quadranten der Eisenhower-Matrix: eine Liste für „Heute“ (Dringend und wichtig), „Als nächstes“: die Liste für die wichtigen Dinge; „Geplant“, die Liste für die dringenden Aufgaben, diejenigen, die mit Terminen versehen sind, diese erscheinen am Stichtag in der „Heute“-Liste; schlussendlich die Liste mit dem treffenden Titel „Irgendwann“, das Sammelpool für die vielen Dinge, die weder wichtig noch dringend sind; diese wird man in regelmäßigen Abständen aussortieren – brauchbare Aufgaben werden recycliert werden, die anderen Aufgaben werden endgültig weggeworfen.

Wenn man so einigermaßen konsequent mit „Things“ arbeitet, wird man für den täglichen Fokus eher im Kanban-Stil Aufgaben aus der Liste „Als nächstes“ ziehen, anstatt von dringenden Aufgaben aus der „Geplant“-Liste „getrieben“ zu werden.

Aufgaben können Notizen und externe Links beinhalten, mithilfe von Etiketten und Terminen organisiert werden. Aufgaben können in Projekten und Bereichen organisiert werden. Auch wiederkehrende Aufgaben jeder Art sind möglich.

Aussehen und Plattformen
Die Benutzeroberfläche ist aufgeräumt und einfach, das wird in den meisten Fällen gut funktionieren und helfen, den Fokus auf die wichtigen Dinge zu legen.
Nicht alle werden aber ihre Freude am spartanischen, farblich einfachen Design finden – für diese fehlt eine Anpassung der Benutzeroberfläche. Die praktischen Etiketten, mit denen Aufgaben zusammengefasst werden können, bleiben ebenso in einer Farbe. Hier lässt sich noch verbessern.

Ein möglicher Nachteil (natürlich nur aus Sicht des des Nicht-Apple-Universums): Things gibt es nur für die Apple-Welt. Dort aber für alle möglichen Geräte. Alle Geräte werden auf Wunsch über die Things-Cloud synchronisiert. Das funktioniert wirklich einfach und zuverlässig.

Feine Features

Einige Features machen Things sehr attraktiv und betrachtenswert. Dazu gehört die gute Integration mit den iCloud-Aufgaben. So kann man dann Siri bitten, eine Aufgabe zu erstellen. Diese Aufgabe wird bei den Apple-Aufgaben eingetragen und wandert vollautomatisch gleich in den Things-Posteingang. Ein wunderbares Feature, vor allem, wenn man viel unterwegs ist.

Aus Datensicherheitsüberlegungen werden sich viele freuen, dass die Software aus Deutschland kommt.

Ebenso interessant ist, das bei Things keine laufenden Zahlungen, sondern ein einmaliger Kauf notwendig ist. (Die iPhone-Variante kostet 9,99 Euro, für das iPad 19,99 Euro, und für MacOS 49,99 Euro, in Summe also rund 80 Euro. Das scheint zunächst recht viel, wenn man typische Jahresgebühren bei anderen Tools von 30 bis 50 Euro rechnet, zahlt es sich aber in zwei bis drei Jahren aus).

Begrenzungen

Things ist eine Selbstmanagement-Lösung für eine einzelne Person und nicht teamfähig.

Auf der Umsetzungsebene fehlen mir einige Features noch komplett, die ein Selbstorganisationsprogramm haben sollte. Das ist auf der einen Seite die Möglichkeit, Aufgaben per E-Mail aus dem Posteingang in den Posteingang von „Things“ zu schicken. Am Mac kann man sich mit Keyboard-Shortcuts helfen, ganz überzeugten mich die nicht. Ebenso fehlen mir Anhänge direkt bei den Aufgaben – die Möglichkeit, hier über Links zu arbeiten, reicht in vielen Fällen einfach nicht aus  (wenn ich beispielsweise eine E-Mail versinke und dann die Original-E-Mail verschiebe, funktioniert in manchen Fällen der Link dann nicht mehr passt – das ist nach Angabe des Herstellers ein Bug im MacOS, aber trotzdem unerfreulich).

Zusammenfassung

Things hat – wie andere Selbstorganisationsprogramme auch – also seine Licht- und Schattenseiten und und wird vor allem den Apple-Nutzer, der klare einfache Software aus Europa schätzt, begeistern.

Eines kann Ihnen auch „Things“ nicht abnehmen: Keine noch so gute Aufgabenverwaltung erledigt die Aufgaben automatisch, das muss man schon selbst in die Hand nehmen.

Name Things
Art der Software Liste/Kanban/Kalender Liste
Wo kommt es her? Sitz des Unternehmens Deutschland
Plattformen Web nein
Desktop Windows nein
Desktop Mac ja
iPhone ja
iPad ja
Android nein
Synchronisierung Web-Synch oder nur lokal ja
Teamfähigkeit Synchronisation mehrerer Benutzer nein
Delegieren von Aufgaben möglich nein
Kosten für Kauf in Euro iPhone: 9,99 Euro
iPad 19,99 Euro
MacOS 49,99 Euro
Laufende Kosten in Euro keine
Kostenlose Demo? Gibt es eine Demoversion,
was sind die Einschränkungen?
MacOS: 14 Tage kostenlose Demo, keine Einschränkungen
Integration mit  Evernote Nein
Dropbox Nein
OneNote Nein
Box Nein
Pocket/Instapaper Nein
E-Mail-Anbindung Mail to App Nein
– mit Parametern Nein
– mit Anhängen Nein
Termine Können Aufgaben mit Terminen und Erinnerungen angelegt werden? Ja
Integration mit Kalender Nein
Integration mit iOS-Todo-Liste Ja
Wiederholungen möglich Können wiederholende Aufgaben angelegt werden (täglich, wöchentlich, monatlich)? Ja
Beschreibung der Aufgaben Sind Anmerkungen möglich? Ja
Sind Unterpunkte möglich? Nein
Sind Dateianhänge möglich? Nein
Gruppieren von Aufgaben Tags/Etiketten Ja, Etiketten
Schlagwörter Nein
Farben/Symbole Nein
Projekte Können Aufgaben zu Projekten zusammengefasst werden? Ja, Projekte

 

Anmerkung: Dieser Text ist Teil einer Serie über Selbstmanagementprogramme und behandelt die Version vom November 2015.

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Kategorien:App, Selbstmanagement

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