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Print-Koan #20: Texte für die Ewigkeit

Bücher halten fast ewig. (Foto: Handler)

Nur wichtige Texte landen in Büchern. (Foto: Handler)

 

Die Schüler fragten Cyberlord Gutenberg: „Wirst Du Deine Texte als Buch veröffentlichen und so der Nachwelt erhalten?“ Cyberlord fragte: „Welche Texte denn?“ Die Schüler wussten, dass ihr Meister gerne Fragen stellte, um ihr Denken anzuregen. Sie berieten sich und antworteten: „Wir meinen alle Texte von dir auf unseren internen Kommunikationskanälen – auf Slate und auf Whatsapp, ebenso wie deine Texte in den Blogs und in den Foren.“

Cyberlord antwortete: „Der Vorteil der elektronischen Kommunikation ist eben ihre Vergänglichkeit. Shitstorms und Hashtag-Aktionen vergehen schnell. Vieles von dem, was kurzfristig wichtig erscheint, zeigt sich später als völlig unwichtig.

Will jemand Texte für die Nachwelt hinterlassen, so sollten sie von Bedeutung sein und auch längerfristig Nutzen für Leserinnen und Leser bringen. Und da bin ich mir bei vielen Texten von mir gar nicht so sicher.“

Mit diesen Worten warf er sein Smartphone in den Brunnen des Klosters und verließ seine Schüler, um zu meditieren.

Ein Koan ist eine kurze Geschichte, meist eine Anekdote, die eine typische Aussage eines Zen-Meisters zeigt. Der Brunnen des Klosters ist übrigens seit vielen Jahren trockengelegt. Eine Schaumstoffmatratze schont Cyberlords Smartphones. 

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Kategorien:Unterhaltung

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