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Sprachinspektor Thielemanns verzweifelter Kampf: Gegen Apostrophen

Eine Apostroph-Katastrophe (Grafik: Handler)

Eine Apostroph-Katastrophe (Grafik: Handler)

Beim sächsischen Genitiv beginnt es: Tom’s Hütte schreibt der Engländer seit immer; „Peter’s Beisl“ schreibt der Österreicher, „Silke’s Strandbar“ der Deutsche. Vom Duden wird diese sprachliche Konstruktion mit Apostroph mittlerweile zähneknirschend erlaubt, Heerscharen von Sprachrettern sehen mit der Legitimierung dieses „Deppen-Apostrophs“ allerdings bereits das Ende des Abendlandes nahen.

Im Falle der oben gezeigten Konstruktion – der Genitiv steht vor und erläutert ein Hauptwort – wird der internationale Einfluss den Apostroph wohl (wieder) zur Normalform werden lassen. Schließlich hat man auch im Deutschen bis rund um 1900 einen solchen Apostroph verwendet.
Die Fraktion der Apostrophen-Apostel hat jedoch beim dem sächsischen Genitiv nicht aufgehört: mittlerweile sind Wortgebilde wie „Mittwoch’s“ oder „Snack’s für Kid’s“ leider durchaus üblich geworden, obwohl sie in jeder Hinsicht falsch sind.

Nun ist Sprache zwar ständig in Bewegung und der Apostroph im sächsischen Genitiv wohl nicht aufzuhalten. Unnötige Apostrophe mitten in Wörtern bleiben auch dann falsch, wenn sie von vielen geschrieben werden. Passen Sie also bitte auf Ihre Apostrophen auf, sonst folgt eines Tages die sprachliche Katastrophe.

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Kategorien:Glosse

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