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Evernote und Moleskine: Das papierlose Büro wird erst mit Papier produktiv!

Die Archiv- und Organisationssoftware Evernote steht unter Kreativen unter dem Pauschalverdacht, jedes Stück Kreativität auf Papier zu eliminieren. Der Notizbuchhersteller Moleskine wiederum erscheint als Marke so retro, dass eine Verbindung mit der elektronischen Welt undenkbar erscheint.

Doch die Wirklichkeit sieht anders aus:
Evernote setzt seit einiger Zeit sehr systematisch auf ein friedvolles Nebeneinander zwischen Papier und elektronischer Welt. Moleskine wiederum hat einige Wege geebnet, die es den Benutzern ermöglichen, vom Notizbuch in den Cyberspace zu gelangen.

Die Evernote-Dokumentenkamera
Als Grundversion für die Verbindung von Papier zu Evernote dient schon seit langem die Dokumentenkamera. Vom mobilen Gerät können mit der eingebauten Kamera Texte, Zeitungsausschnitte oder Visitkarten gescannt werden und in Evernote gespeichert werden. Die eingebaute Software verbessert das Bild automatisch und macht es leichter lesbar. Ideal zum Erfassen von Zeitungsausschnitten, Rechnungen, oder Flipcharts.

Evernote Dokumentenkamera: Digitale Grundausstattung, um von der Papierwelt in die elektronische Welt zu gehen.

Evernote Dokumentenkamera: Digitale Grundausstattung, um von der Papierwelt in die elektronische Welt zu gehen.

Evernote Scannable
Vor kurzem hat Evernote eine eigenständige App (für iOS-Geräte) herausgebracht, die das Konzept noch weitertreibt. Unter anderem kann Scannable perspektivische Verzerrungen erkennen und automatisch ausgleichen. Dazu mehr in meiner App-Empfehlung.

Evernote-Notizbücher von Moleskine
Nun kommt Moleskine ins Spiel. Natürlich kann man mit der „normalen“ Dokumentenkamera oder mit Scannable auch ganz einfach Moleskine-Notizbuchseiten in die Cloud übertragen. Das Evernote-Notizbuch erfreut mit einer feinen kreativen Idee: Kleine bunte Sticker sind beigelegt, die bestimmte Notizbücher oder Tags/Kategorien in Evernote bezeichnen.

Beim Einscannen mit der Dokumentenkamera erkennt die Software diese Sticker automatisch und speichert die entstehende Notiz automatisch im richtigen Notizbuch und mit der richtigen Kategorie versehen ab. Das spart gerade am mobilen Gerät einiges an Zeit für die Zuordnung.

Für den Moleskine-Fan ergibt sich dadurch die Möglichkeit, wie bisher kreativ auf Papier zu arbeiten und gleichzeitig den Inhalt des Notizbuchs in einer elektronischen Fassung aufbewahren zu können. Bei einigermaßen leserlicher Handschrift erkennt Evernote sogar den Text in den als Bildern gespeicherten Seiten und kann ihn über die Suchfunktion zur Verfügung stellen.

Die Evernote-Notizbücher gibt es mittlerweile in mehreren Varianten: ganz normal in liniert oder kariert als Evernote Notebook, als Evernote Business Notebook mit erweiterten Funktionen für Evernote Business, als Evernote Sketchbook mit gröberer Rasterung für jede Art von Skizzen und als Terminkalender (der 12-Monate-Evernote-Wochenkalender), der auf Datumsseiten automatisch Erinnerungen einrichten kann, die dann wiederum automatisch in Evernote an den Termin erinnern (oder in Trello oder Nozbe oder welche Produktivitätssoftware auch immer Sie mit Evernote verbunden haben). Jedes der Evernote-Notizbücher von Moleskine kommt übrigens mit 3 Monaten Evernote Premium.

Die Evernote-Varianten der Moleskine-Notizbücher stellen also zusätzliche Funktionen zur Verfügung, die die Verbindung von Papier und der elektronischen Welt vereinfachen.

Das Evernote-Notizbuch von Moleskine. Die mitgelieferten Aufkleber helfen beim Organisieren und schmecken auch noch gut.

Das Evernote-Notizbuch von Moleskine. Die mitgelieferten Aufkleber helfen beim Organisieren und schmecken auch noch gut.

Moleskine und der elektronische Kugelschreiber von Livescribe
Einen Schritt weiter in der Integration gehen die Moleskine-Livescribe-Notizbücher. Diese benötigen den Livescribe-Smartpen, einen Kugelschreiber, der mit einer integrierten Kamera und einer Bluetooth-Verbindung ausgestattet ist.

Gemeinsam mit einem eigens bedruckten Papier – ein für das Auge fast unsichtbares Punktmuster – speichert der Smartpen alles im Moment des Schreibens im Stift. Es gibt mittlerweile viele Arten der Notizbücher, die mit dem Stift kompatibel sind, die aus meiner Sicht mit Abstand elegantesten Varianten kommen wiederum von Moleskine – die Live-Scribe-Notizbücher.

Die gespeicherten Seiten können über eine einfache Bluetooth-Anwendung wiederum per Mail verschickt werden oder in Evernote abgelegt werden – als Grafik in einzelnen Seiten oder als PDF, in dem auch mehrere Seiten zusammengefasst werden können.

Diese Art der Integration ist natürlich eine Wonne und für den Computerfreak ideal. Jemand, der mit Tools wie Evernote arbeitet, ist diese Art der Integration auch gewohnt. Wer allerdings seine Stifte immer irgendwo liegen lässt, wird sich bei einem Ding wie dem LiveScribe Smartpen (rund 130 Euro für den Stift alleine) wenig freuen.

 

Das Evernote-Livescribe-Notizbuch mit dem LiveScribe Smartpen – maximale Integration!

Das Evernote-Livescribe-Notizbuch mit dem LiveScribe Smartpen – maximale Integration!

Die Moleskine-App
Von der anderen Seite nähern sich Moleskine-Apps der Sache. Hier wird am Tablet oder Smartphone ein elektronisches Notizbuch imitiert, das vom Look & Feel einem Moleskine entspricht. Fertige Seiten können wiederum per Mail verschickt oder in Evernote gespeichert werden.

Mehr über die Moleskine-App erfahren Sie in meiner App-Empfehlung.

Moleskine für die Creative Cloud
Auch für den Adobe-Fan hat Moleskine das richtige Notizbuch erfunden. Das Moleskine mit dem etwas sperrigen Titel Moleskine Smart Nobebook, Creative Cloud Connected verbindet die Welt des Moleskine-Notizbuches mit der Creative Cloud von Adobe. Hier geht es darum, Skizzen im Notizbuch einfach in die Creative Cloud von Adobe zu übertragen.

Das Prinzip dieses Moleskine-Notizbuchs ist technisch gesehen ganz einfach: Beim Fotografieren mit der dazugehörigen App erkennt die Software vier Punkte an den Ecken des Notizbuchs und kann so die Skizze auotmatisch entzerren. Der zweite wesentliche Punkt ist die Integration mit der Adobe Cloud. Ein Klick und die Skizze wandert in die Creative Cloud.

Für den Kreativen ist dieses Notizbuch eine sehr praktische Möglichkeit, die analoge und die elektronische Welt von Adobe zu verbinden. Und für Adobe eine weitere Möglichkeit, die Vorteile der Creative Cloud zu zeigen.

Moleskine für die Creative Cloud

Moleskine für die Creative Cloud

Fazit
Papier und Cloud sind heute kein Widerspruch, sondern für Kreative einfach unterschiedliche Seiten derselben Sache. Moderne Software hat viele Brücken geschaffen, um kreativ auf Papier zu arbeiten und diese kreativen Skizzen gleichzeitig in einer Cloud-Applikation papierlos nutzen zu können.

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Kategorien:App, Selbstmanagement

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