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„Ingress“ oder: Wie bekomme ich die Kinder hinaus zum Spielen?

Ingress-Bildschirm

Die Wiener Innenstadt in Ingress: Exotische Materie und virtuelle Portale 

Jetzt im Sommer kann es leicht passieren, dass die Sprösslinge hinter dem Computer im Zimmer kleben bleiben. Moderne komplexe Spiele sind einfach wesentlich interessanter, als sich im Freien zu bewegen, lautet die Argumentation. Die einzige Chance für Eltern ist also, mit diesem Trend mitzuschwimmen und Computerspiele fürs Freie anzubieten. Das Zauberwort heißt dabei „Augmented Reality“. Die „echte Realität“ wird dabei von virtuellen, computergenerierten überlagert.

Gerade herausgekommen ist zum Beispiel eine iOS-Variante von „Ingress“: Spieler entscheiden sich für die helle oder dunkle Seite, in diesem Fall für die Erleuchteten (Enlightened) oder den Widerstand (Resistance). Dann gilt es, die geheimnisvolle „exotische Materie“ zu bändigen, die überall auf der Welt an interessanten Orten austritt. Eine modifizierte Google-Straßenkarte zeigt den Spielern, wo sich Portale für diese Materie befinden. Diese kann man dann für die eigene Fraktion erobern, sie verteidigen, aufrüsten, miteinander verbinden und so gegen die andere Fraktion um die (virtuelle) Weltherrschaft kämpfen.

Der Clou liegt darin, dass man es sich dabei nicht vor im gemütlichen Computersessel bequem machen kann, sondern für den Kampf hinaus in die Realität muss. Um mit einem Portal zu interagieren, muss man „wirklich“ dort sein. Das iPhone dient dabei als Scanner und die virtuellen Portale liegen interessanterweise immer in der Nähe von Sehenswürdigkeiten einer Stadt.

Das Spiel genießt bei den Computerbegeisterten bereits Kultstatus. Ein kurzer Rundgang durch Wien etwa zeigt, wie intensiv die Welt auch in Österreich mit exotischer Materie durchwoben ist. Eine ideale Grundvoraussetzung für die Sprösslinge, sich in dieser virtuellen Variante einer Schnitzeljagd Kilometer um Kilometer in der Stadt zu bewegen, Sehenswürdigkeiten zu suchen und die Wirklichkeit mit anderen Augen zu sehen.

Mein Tipp für den Sommer: Ausprobieren! Ein großartiges Beispiel für „Augmented Reality“. Das Spiel wurde übrigens von der Google-Tochter Niantic Labs entwickelt und ist kostenlos. Benutzer zahlen mit der Preisgabe ihrer Positionsdaten, die Google nutzt, um das eigene Kartenmaterial zu verbessern.

Für Eltern könnte es spannend sein, sich der anderen Fraktion als die Sprösslinge anzuschließen und beim gemeinsamen Spaziergang (den diesmal die Kinder wollen!) die Eroberung von Portalen etwas interessanter zu gestalten.

Für Unternehmen bietet sich sogar an, das eigene Geschäft als Portal ins Spiel zu bringen. Wer das Portal erobern will, muss dann zwangsläufig das Geschäft betreten. Auch so kann man Kunden zu sich locken.

Zur offiziellen Website

Mehr über Ingress in der deutschen Wikipedia

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Kategorien:App, Unterhaltung

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