Der Filter

Die Welt der Technologie und der Medien

Die Werbeabgabe – Ein österreichisches Unikum ist nicht auszurotten!

Sie ist ein österreichisches Spezifikum und erhöht für klassische Werber die Kosten im Vergleich zum umliegenden Ausland und auch im Vergleich zum Internet. Und obwohl sie niemand mehr für zeitgemäß hält, wird sie dennoch nicht abgeschafft – weil sie eine gute Einnahmequelle für die Gemeinden ist.

Wie ist die Werbeabgabe entstanden?

Seit der Wirtschaftskrise 1927 gab es eine Ankündigungsabgabe auf gedruckte Werbung. Diese war zunächst für jede Gemeinde unterschiedlich geregelt, manchmal wurde sie gar nicht eingehoben, in vielen Gemeinden wurde sie mit 10 % festgelegt.

Im Jahr 2000 wurde die Ankündigungsabgabe durch die bundesweit einheitliche Werbeabgabe mit 5 % auf die Werbeleistung ersetzt. Diese gilt seitdem für Werbung in Printmedien und im Rundfunk (Radio und Fernsehen), nicht jedoch für Werbung im Internet (z. B. Bannerwerbung).

Wie könnte man die Werbeabgabe abschaffen?

Die Beteiligten sind sich anscheinend einig: Die Werbeabgabe ist schädlich für den Wirtschaftsstandort Österreich, sie bevorzugt bestimmte Medien (das Internet) gegenüber von anderen und benachteiligt Print und Rundfunk.

Die Abschaffung der Werbeabgabe stellt naturgemäß ein finanzielles Problem dar, denn es handelt sich um viel Geld für die Gemeinden. Über 100 Millionen Euro macht die Werbeabgabe aus, davon rund die Hälfte in Wien eingehoben. Die einzige Chance für eine Zustimmung der Gemeinden ist wohl eine „österreichische Lösung“ in der Form eines „Kuhhandels“ – die Werbeabgabe könnte durch die Erhöhung einer anderen Steuer für die Gemeinden ersetzt werden.

Wenn das nicht gelingt, so werden wir in wenigen Jahren den hundertjährigen Geburtstag einer mittlerweile längst anachronistischen und sachlich nicht nachvollziehbaren Steuer erleben. Da, felix Austria! (Zahle, fröhliches Österreich!)

Quellen:

Wikipedia-Eintrag zur Werbeabgabe

FAQs des Fachverbands Werbung zur Werbeabgabe

Zur Geschichte der Werbeabgabe

Advertisements

Kategorien:Glosse

Schlagwörter:, , , , , , , , , ,